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Großbrand einer Lagerhalle

8. August 2017 - 17:13 - Mehr als 48 Stunden Einsatzdauer

Am späten Nachmittag des 8. August 2017 wurden die Einsatzkräfte der Feuerwehr Bitterfeld-Wolfen zu einem Brand auf dem Außengelände einer Entsorgungsfirma im Areal A des Chemiepark Bitterfeld-Wolfen gerufen. Bereits auf der Anfahrt sahen die Einsatzkräfte die schwarze Rauchwolke aufsteigen. Bei Ankunft der Kräfte hatte das Feuer bereits auf eine Lagerhalle übergegriffen und breitete sich rasch aus. In der 4000 m² großen Halle waren unter anderem Papier und Elektroschrott gelagert. Trotz des sofortigen Einsatzes mehrerer Rohre kam es zu einer Durchzündung der gesamten Lagerhalle. Durch die enorme Hitze fingen auch weitere Gegenstände und Fahrzeuge auf dem Gelände Feuer oder wurden stark beschädigt.

Mit mehreren Wenderohren, unter anderem über die beiden Drehleitern und den Löscharm des Universallöschfahrzeuges der Securitas Werkfeuerwehr, wurde der Brand an der weiteren Ausbreitung gehindert. Hierfür mussten umfangreiche Schlauchleitungen von diversen Hydranten im Umkreis gelegt werden. Die entstehende Rauchwolke war kilometerweit sichtbar. Da alle Arbeiten unter Atemschutz durchgeführt wurden, wurden sowohl der Abrollbehälter Atemschutz der FTZ Anhalt-Bitterfeld als auch der GW-Atemschutz aus Aken angefordert. Messungen mit dem CBRN-Erkundungskraftwagen ergaben keine giftigen Stoffe in der Luft, dennoch wurden die Anwohner der umliegenden Wohngebiete gebeten, Fenster und Türen geschlossen zu halten.

Nach rund 5 Stunden war der Brand so weit stabilisiert, dass die ersten Kräfte ausgetauscht werden konnten. Die Löscharbeiten dauerten die ganze Nacht an, wobei die eingestürzte Dachhaut ein enormes Hindernis darstellte. Die darunter liegenden Glutnestern sollten die Kameraden noch über Stunden beschäftigen. Am nächsten Morgen traf ein Radlader des THW Ortsverbandes Merseburg-Querfurt ein, der die Dachkonstruktion der Halle entfernte, um die Restablöschung vornehmen zu können. Diese Arbeiten wurden bis zum Einbruch der Dunkelheit fortgesetzt. In der nächsten Nacht wurden weitere Trümmerteile mit dem Rüstwagen entfernt und so der Brand bis 6:00 Uhr nahezu vollständig gelöscht.

Am Donnerstagmorgen nahm der Radlader wieder seine Arbeit auf und zog die noch glimmenden Papierballen auseinander. Bei den weiteren Aufräumarbeiten kam es an beschädigten Fässern zu einer chemischen Reaktion mit dem Löschwasser, wodurch ein Kamerad des Technischen Hilfswerkes verletzt wurde. Er konnte das Krankenhaus nach wenigen Stunden wieder verlassen. Unter Chemikalienschutzanzügen wurden die Fässer beseitigt und neutralisiert. Am frühen Donnerstagabend, nach mehr als 48 Stunden, wurde der Einsatz der Feuerwehr beendet. Dennoch  rückten die Kräfte am Abend noch einmal aus, um wiederaufgeflammte Glutnestern abzulöschen. Es wurde eine Brandwache für die dritte Nacht gestellt.

Insgesamt kamen mehr als 200 Einsatzkräfte zum Einsatz. Neben dem Kameraden des THW wurden auch 7 Kameraden der Feuerwehr während der Löscharbeiten verletzt.

Großbrand einer Lagerhalle

Vor Ort:

  • Ortsfeuerwehr Bitterfeld: TLF 16/25; LF 16/12; SW 2000-Tr; DLK 23/12; ELW 1; MTF; GW-Küche
  • Ortsfeuerwehr Bobbau: TSF-W
  • Ortsfeuerwehr Greppin: TLF 16/25; LF 8/6; FwA SBA 4,5
  • Ortsfeuerwehr Holzweißig: TLF 16/25
  • Ortsfeuerwehr Thalheim: TLF 16/25; LF 16-TS; TSF-W; MTF
  • Ortsfeuerwehr Wolfen: KdoW; HLF 20/16; LF 8/6; TLF 16/25-2; DLK 23/12; GW-G; ABC ErkKw; RW 1; SW 2000; MTF-1; MTF-2; MZF Tier
  • Ortsfeuerwehr Zschepkau: TSF
  • Stadtwehrleiter: KdoW
  • OF Sandersdorf: FuTrKW, HLF 20, TLF 16/25, MTF; OF Roitzsch: LF 16-TS mit STA; AV Renneritz-Glebitzsch: LF16-TS; OF Zörbig: TLF 16/25; OF Jeßnitz(Anh): HLF 20; OF Retzau: HLF 20; OF Aken: GW-A, KdoW, Krad; OF Weißandt-Gölzau: TLF 24/50 mit SBA; FTZ Anhalt-Bitterfeld: WLF mit AB-Wasser; WLF mit AB-Atemschutz, GW-L; Werkfeuerwehr Securitas: ULF 6000 Löscharm, ULF 6000 CO²
  • Rettungsdienst
  • Schutzpolizei; Kriminalpolizei
  • Technisches Hilfswerk; Presse
  • Oberbürgermeister; Landrat; Umweltamt und Amt für Brand-, Katastrophenschutz und Rettungsdienst LK Anhalt-Bitterfeld; Landesverwaltungsamt; Wasserschutzbehörde; Bodenschutzbehörde; Bereitschaftsdienst Chemiepark; Kreisbrandmeister; Stadtwehrleiter Feuerwehr Köthen und Feuerwehr Raguhn-Jeßnitz; Führungskräfte Fachdienst ABC

Bericht der Mitteldeutschen Zeitung: Großbrand im Chemiepark

Bericht der Mitteldeutschen Zeitung: Verletzter bei Entsorgungsarbeiten

Videobeitrag des Mitteldeutschen Rundfunk